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Zentralasien

Zentralasien

Land und Leute

Unter den Begriff Zentralasien (oder auch Mittelasien) fallen alle asiatischen Länder, die keinen Zugang zum Ozean haben, also Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Manchmal wird auch auf Teile Afghanistans, der Mongolei und Chinas verwiesen.

Die Region Zentralasien ist nicht sehr dicht besiedelt, dort leben nur etwa 2 Prozent der gesamten asiatischen Bevölkerung. Dennoch finden sich dort eine Vielzahl ethnischer Gruppierungen. Hierunter auch Deutsche, Österreicher, Tibeter und Koreaner, hauptsächlich aber Usbeken. Die vorherrschende Religion ist der Islam, aber auch der Buddhismus und der Hinduismus sind in der Region vertreten.

Die mittelasiatische Landschaft besteht zu großen Teilen aus Steppen und Wüstenlandschaften sowie einigen gebirgigen Regionen. Das Klima ist kontinental. So bietet es sich sich an, das Land im Frühling oder Herbst zu besuchen, da es in den Sommermonaten sehr heiß werden kann. Im Frühjahr, wenn die Blumen blühen, strahlen die Wüstenlandschaften in den buntesten Farben, während im Herbst auf den zahlreichen Basaren eine große Auswahl an Früchten verkauft wird. So sind zu diesen Zeiten nicht nur die Landschaften sehenswert, auch die Städte Zentralasiens sind einen Besuch wert .

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Kasachstan:Nach Erlangen der Unabhängigkeit gelang es dem Land, von der Plan- zur Marktwirtschaft überzugehen, ohne dabei eine Wirtschaftskrise hervorzurufen. Verglichen mit den anderen Ländern Zentralasiens, weist Kasachstan ein enorm hohes Wirtschaftswachstum auf, das in den vergangen Jahren konstant bei etwa 9 Prozent lag. Das Geheimnis dieses wirtschaftlichen Erfolgs liegt hauptsächlich im Öl- und Rohstoffsektor. So ist es nicht verwunderlich, dass dieser Bereich neben dem Dienstleistungssektor einen großen Teil des Bruttoinlandprodukts ausmacht. Die Pläne für die kommenden Jahre bezüglich der Wirtschaftspolitik sehen vor, die Abhängigkeit von den Rohstoffen im Land zu verringern und die Industrie weiter zu fördern. Außerdem soll die Infrastruktur weiter ausgebaut werden.

Kirgisistan:Obwohl die Wirtschaft Kirgisistans nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schnell Liberalisierung erfuhr, gilt die eigene Wirtschaftskraft des Landes immer noch als schwach. Nach Auflösung der Sowjetunion musste das Land viel finanzielle Hilfe von außen in Anspruch nehmen und auf diese Weise kam es zu einer hohen Auslandsverschuldung. Von den nur 5 Millionen Einwohnern des Landes leben nach offiziellen Angaben ganze 34 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Im Allgemeinen ist der Norden des Landes reicher als der Süden. Im Vergleich mit anderen Ländern Zentralasiens ist Kirgisistan relativ rohstoffarm. Hingegen spielt die Erzeugung von Elektroenergie eine wichtige Rolle in der Wirtschaft. Die Landwirtschaft macht über 30 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus und bietet etwa 50 Prozent der Bevölkerung einen Arbeitsplatz.

Tadschikistan:Das Land gilt als die ärmste Republik Zentralasiens und zählt zu den zwanzig ärmsten Ländern der Welt. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben hier unterhalb der Armutsgrenze. Von 1992 bis 1997 herrschte dort Bürgerkrieg, was verheerende Folgen für das Land hatte und es in seiner wirtschaftlichen Entwicklung weiter zurück warf. Dank wirtschaftspolitischer Reformen ist eine langsame Besserung der wirtschaftlichen Lage in Sicht, in vielen Bereichen hängt das Land aber weiterhin zurück. Obwohl nur 7 Prozent der Landfläche für die Landwirtschaft geeignet ist, ist die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Bereich tätig. Da allerdings hauptsächlich Baumwolle angebaut wird, reichen die Erträge nicht für die Ernährung der Bevölkerung aus. Ein wirtschaftlich wichtiger Sektor ist die Industrie, die hauptsächlich auf der Aluminiumproduktion und Energiegewinnung beruht, wodurch der größte Teil der Exporterlöse erzielt wird.

Turkmenistan:Die Wirtschaftspolitik Turkmenistans beruht immer noch auf sozialistischen planwirtschaftlichen Grundsätzen. Eine freie Marktwirtschaft ist hier in naher Zukunft nicht in Sicht und in der momentanen politischen Situation des Landes auch nicht möglich. Der Hauptzweig der Wirtschaft beruht auf Rohstoffen wie Erdgas und Öl. Weiterhin trägt der Anbau von Weizen und Baumwolle zum Bruttoinlandsprodukt Turkmenistans bei.

Usbekistan:Usbekistan nimmt eine geostrategisch günstige Position in Zentralasien ein. Das Land grenzt an alle mittelasiatischen Länder, wird von 26 Millionen Einwohnern bewohnt und verfügt über eine Vielzahl an Bodenschätzen. In der GUSGUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) zählt Usbekistan dennoch zu den ärmsten Staaten der Welt. Das Land befindet sich immer noch im Übergang von einer Plan- zur Marktwirtschaft – die Liberalisierung kommt hier nur langsam voran. Dessen ungeachtet, wächst das Bruttosozialprodukt dank des sich erweiternden Außenhandels mit Russland und Kasachstan. Die Privatwirtschaft entwickelt sich dennoch nur langsam und somit leben etwa ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Landwirtschaft, mit der Baumwolle als Hauptexportprodukt, trägt ganze 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Weitere wichtige Wirtschaftszweige Usbekistans sind der Dienstleistungssektor und die Industrie.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitswesen Zentralasiens litt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und leidet teilweise immer noch an den Folgen kriegerischer Konflikte. Es ist mangelhaft und entspricht nicht dem europäischen Standard. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist dringend erforderlich. Darüber hinaus empfiehlt das Auswärtige Amt eine Mitgliedschaft in einem deutschen Rettungsflugunternehmen. Im Falle einer schweren Krankheit kann so ein schneller Transport nach Deutschland garantiert werden, der sich ohne Versicherung auf etwa 50.000 Euro beliefe.

Die Dienste des zentralasiatischen Gesundheitswesens können sich aufgrund der hohen Armut viele Menschen nicht leisten oder sie wohnen so weit auf dem Land, dass der nächste Arzt für sie unerreichbar ist. So sterben beispielsweise viele Menschen an Tuberkulose, weil sie sich keinen Arzt leisten können.

Visum

Für die Länder Zentralasiens ist für die Einreise ein Visum erforderlich, auch wenn der Besuch nur touristischen Zwecken dient.


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