Südostasien
Land und Leute
Südostasien bezeichnet die Länder, die sich östlich von Indien und südlich von China befinden. Dazu zählen Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Timor-Leste (Osttimor) und Vietnam.
Die Region im Südosten Asiens kennzeichnet sich durch eine ausgeprägte religiöse Vielfalt. Dies ist an einigen Beispielen deutlich erkennbar. So ist die Mehrheit der philippinischen Bevölkerung katholisch, während die vorherrschende Religion in Myanmar, Vietnam und Singapur der Buddhismus ist. In Malaysia ist der Islam Staatsreligion und in Laos sind 40 Prozent der Bevölkerung Anhänger von Naturreligionen. Natürlich sind in all den Ländern auch Religionen wie der Taoismus und der Konfuzianismus sowie weitere kleinere religiöse Gruppen vertreten. Diese Vielfalt liegt in der Geschichte der Kolonialisierung und den Handelsbeziehungen Südostasiens begründet.
Aus den selben Gründen ist in Südostasien auch eine Vielfalt an unterschiedlichen Sprachen und Dialekten vorzufinden. So haben einige Länder Englisch oder Französisch als Amtssprache, während die Mehrheit der Bevölkerung außerdem die Landessprache beherrscht. Je nach familiärem Hintergrund kann es weiterhin vorkommen, dass Südostasiaten die spanische oder chinesische Sprache beherrschen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Vietnam: Das Land befindet sich im Übergangsprozess von Plan- zu Marktwirtschaft. Dieser Wandel der Wirtschaftspolitik hat zu maßgeblichen wirtschaftlichen Erfolgen geführt. Das Bruttoinlandsprodukt Vietnams genießt einen rasanten Wachstum und mit anhaltenden Exportleistungen wird sich dies in den kommenden Jahren nicht ändern. Das Ziel der vietnamesischen Regierung für die Zukunft ist es, den großen Anteil an Staatsunternehmen zu privatisieren und somit die vietnamesische Wirtschaft ein weiteres Stück voranzubringen. Vietnam gilt immer noch als Agrarland. Zwar sinkt der Beitrag der Landwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt, doch es sind immer noch 65 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Ein weiterer wichtiger Sektor der Wirtschaft ist die Textilproduktion, die einen großen Teil des Exports ausmacht.
Indonesien: Indonesiens Wirtschaft ist marktwirtschaftlich orientiert, wird aber dennoch stark von der Regierung kontrolliert. Ganz besonders wichtig für die Indonesische Wirtschaft ist die Insel Java, auf der 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts erwirtschaftet werden. Obwohl die Insel nur sieben Prozent der indonesischen Landfläche ausmachen, leben dort 61 Prozent der Bevölkerung.
Thailand: Die thailändische Wirtschaft ist marktwirtschaftlich orientiert. Die Hälfte des Bruttoinlandprodukts wird im Bereich der Dienstleistungen erwirtschaftet. Außerdem tragen zu 37 Prozent die Industrie, zu zehn Prozent die Landwirtschaft und zu sechs Prozent der Tourismus dazu bei. Hauptträger des Wirtschaftswachstums, das bei stabilen fünf Prozent liegt, ist der Export.
Philippinen: Die philippinische Wirtschaft ist zweigeteilt. Auf der einen Seite steht ein aufschwingender Dienstleistungssektor und eine moderne Elektronik-Industrie, auf der anderen Seite befinden sich die 40 Prozent der Bevölkerung, die immer noch in Armut leben und sich durch die Landwirtschaft auf einem Existenzminimum halten. Weitere wirtschaftlich starke Sektoren sind die Telekommunikation und der Bergbau. Politische Inkonsistenz und staatliche Verschuldung haben dazu geführt, dass die Philippinen in wirtschaftlicher Hinsicht nicht mit den Nachbarländern mithalten konnten. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren jedoch verbessert. Die Wirtschaft hat sich weniger von der Politik beeinflussen lassen und kann mittlerweile ein konstantes Wachstum aufweisen. Bezüglich der Einkommensverteilung herrscht auf den Philippinen eine starke Ungleichheit. Im Jahr 2003 lag der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung bei 44 Prozent. Auffällig ist, dass die Armut auf dem Land weit mehr ausgeprägt ist als in der Stadt. Die Inselgruppe weist eine sehr hohe Arbeitslosenquote auf. Aus diesem Grund verlassen jährlich viele Menschen das Land, um im Ausland Arbeit zu finden.
Malaysia: Die malaysische Wirtschaft hat einen starken Aufschwung erlebt. Während das Land lange Zeit ein agrarischer Rohstofflieferant war, hat es sich mittlerweile zu einem wichtigen Handelspartner für viele Länder im Bereich Elektronik- und IT-Güter entwickelt. Der wirtschaftspolitische Plan Malaysias lautet, bis zum Jahr 2020 den Status eine entwickelten Industrielandes zu erlangen. Momentan befindet sich Malaysia noch in einer gelenkten Marktwirtschaft. Für die bevorstehende Entwicklung wurden von der Regierung zahlreiche Pläne entwickelt. Ein Schwerpunkt wird darauf liegen, insbesondere die Sektoren der Industrie, Dienstleistungen und Landwirtschaft auszubauen und zu stärken. Das Wirtschaftswachstum und das steigende Bruttoinlandsprodukt sind hierfür eine hervorragende Voraussetzung.
Timor-Leste: Der Kampf um die Unabhängigkeit des Inselstaates schwächte dessen Infrastruktur enorm und führte dazu, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 1999 um 30 Prozent fiel. Da das Land in den darauf folgenden Jahren viel Hilfe von außerhalb erhielt und die Nachfrage im Dienstleistungs- und Bausektor stieg, stieg das Bruttoinlandsprodukt wieder an.
Gesundheitssystem
Generell ist zu beachten, dass in verschiedenen Regionen Südostasiens unterschiedliche tropische Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber auftreten können. Vor Ausreise gilt es also, sich über die jeweilige Situation im Land genauestens zu informieren und die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Hierzu gehört auch, sich Tag und Nacht intensiv vor Moskitos zu schützen und gegebenenfalls Medikamente zur Prophylaxe einzunehmen.
In den meisten größeren Städten ist die medizinische Versorgung im Allgemeinen befriedigend. In einigen Ländern hingegen, zum Beispiel in Timor-Leste, entspricht das Gesundheitswesen nicht europäischen Standards. Hier fehlt es an Krankenhäusern und einheimischen Ärzten. Den Einheimischen steht eine kostenlose ärztliche Behandlungen zu. Aufgrund einer Vielfalt von Sprachen in Timor-Leste kommt es jedoch häufig zu Problemen in der Verständigung. Des Weiteren mangelt es an Hygiene und an Sanitäreinrichtungen im Allgemeinen. Die Sterberate bei Kindern war in vergangenen Jahren extrem hoch und lag schon bei 80 Prozent. Dies hat sich jedoch enorm gebessert.
Bei Einreise in ein südostasiatisches Land ist es zu empfehlen, sich im Vorfeld über englischsprachige Ärzte vor Ort zu informieren, um diese im Falle einer Krankheit ohne Verzögerung aufsuchen zu können und Verständigungsschwierigkeiten zu vermeiden.
Visum
Generell ist es in den meisten südostasiatischen Ländern kein Problem für 90 bis 180 Tage visumsfrei einzureisen vorausgesetzt, es handelt sich hierbei um einen touristischen Aufenthalt. Wer in dieser Region arbeiten möchte, muss im Vorfeld ein Arbeitsvisum und eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Dies ist ein komplizierter und bürokratischer Vorgang und kann sich für einige Länder, wie beispielsweise Malaysia, als recht schwierig erweisen.
