Ostasien
Land und Leute
Zu Ostasien werden im Allgemeinen folgende Länder gezählt: Volksrepublik China, Nordkorea, Südkorea und Japan. China nimmt in dieser Region den flächenmäßig größten Teil ein.
Das Leben und der Umgang mit den Menschen ist in Ostasien anders als in Deutschland oder auch im Rest Europas. Es gilt andere Sitten zu beachten und sich den gängigen Normen anzupassen um nicht als unhöflicher Europäer abgestempelt zu werden.
Höflichkeit wird in Ostasien groß geschrieben. So scheinen die Chinesen, Japaner und Koreaner auf den ersten Blick reserviert, doch für sie gilt lediglich, dass Zurückhaltung vor Neugier und Vertraulichkeit geht. In Japan ist die gängige Begrüßung eine Verbeugung, während sich die Menschen in China meist die Hand geben. Respekt und Zurückhaltung sind in jedem Fall angebracht.
Wer sich also an die Sitten und Umgangsformen des Landes hält und die Einheimischen respektiert, sollte nicht mit allzu vielen Problemen konfrontiert werden. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede und an viele Dinge wird man sich gewöhnen müssen, doch schon bald wird der Besucher die kulinarische Vielfalt Chinas, die Tradition Japans und die unberührte Natur Koreas zu genießen wissen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
China:Durch den Übergang zur Marktwirtschaft ist die chinesische Wirtschaft enorm gewachsen. China ist mittlerweile die viertgrößte Volkswirtschaft und drittgrößte Handelsnation der Welt. Dennoch ist ein großer Teil der Einwohner von der Landwirtschaft abhängig, die allerdings für die chinesische Wirtschaft an Bedeutung verliert. Die Industrie und der Dienstleistungssektor werden hingegen immer wichtiger. Im Jahr 2007 lag die Wirtschaftswachstumsrate bei 10 bis 12 Prozent. Die Kehrseite der Medaille sind Mängel in der Rohstoff- und Energieversorgung und ein hoher Grad an Umweltzerstörung. China und Japan sind die entscheidenden Wirtschaftsmächte Ostasiens.
Japan: Japan ist immer noch die führende Wirtschaftsmacht in Asien und liegt im weltweiten Vergleich direkt hinter den USA. Im Jahr 2006 war das Bruttoinlandsprodukt Japans fast so hoch wie das von China, Korea und Indien zusammen. In vielen Branchen sind japanische Unternehmen Weltmarktführer, so beispielsweise im Automobilbereich, in der IT-Industrie und in der Produktion von Kameras. Außerdem investiert Japan immer mehr in Forschung und Wissenschaft. Durch den Wirtschaftsboom Chinas nimmt die Bedeutung der USA in der japanischen Wirtschaft ab und asiatische Partner gewinnen an Wichtigkeit. Japan ist die bedeutendste Volkswirtschaft Asiens und wird dies dank des anhaltenden Wirtschaftswachstum auch vorerst bleiben.
Nordkorea: Die Wirtschaftspolitik Nordkoreas basiert weitgehend auf der Idee der Autarkie, also der wirtschaftlichen Selbstversorgung. In den letzten Jahren wurden jedoch politische Schritte eingeleitet, die auf eine marktwirtschaftliche Organisation abzielen. Ob sich dieses System durchsetzen wird, ist fraglich, da noch große Elemente der Planwirtschaft vorhanden sind. Die nordkoreanische Wirtschaft kämpft mit Problemen wie Inflation, Rohstoff- und Energiemangel sowie einer schlecht entwickelten Infrastruktur. Die Hauptwirtschaftszweige des Landes sind der Berg- und Maschinenbau, wie auch die Textilindustrie.
Südkorea: Die Republik Korea hat sich seit den 1960er Jahren von einem der ärmsten Agrarländer der Welt zu einem Industrieland entwickelt. Heute liegt das Land gemessen am Bruttosozialprodukt auf Rang elf im internationalen Vergleich und einige südkoreanische Unternehmen haben Spitzenstellungen in der Welt eingenommen. Während Sektoren wie Landwirtschaft und Fischerei an Bedeutung für die koreanische Wirtschaft verlieren, macht der Dienstleistungssektor mittlerweile 50 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus. Der Export Südkoreas hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was das Land jedoch von diesem abhängig macht. Weiterhin hat Südkorea mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und zu niedrigen Löhnen in vielen Bereichen zu kämpfen.
Gesundheitssystem
Im Allgemeinen gilt für Ostasien, dass die Verständigung mit Ärzten und Pflegepersonal ohne entsprechende Sprachkenntnisse zum Problem werden kann, insbesondere in ländlicheren Gegenden und kleineren Städten. Englisch oder Französisch sprechendes Personal ist selbst in großen Städten oft schwer zu finden.
China: Die Gesamtsituation des chinesischen Gesundheitssystems und der medizinischen Versorgung hat sich in den vergangen Jahren verbessert. Das Ziel ist es, ein System von Krankenversicherungen nach westlichem Vorbild zu erschaffen. Dennoch weist das Gesundheitswesen bislang noch große Lücken auf. Bis Anfang der achtziger Jahre war die medizinische Versorgung in China kostenlos, dann folgten einige Reformen. Hierzu gehörte auch der Ausbau des Krankenversicherungssystems in den Städten wie auf dem Land. Diese Erneuerungen haben jedoch dazu geführt, dass die Kluft zwischen Stadt und Land immer größer wurde. Der Unterschied besteht darin, dass den Arbeitnehmern in der Stadt durch Eigenbeteiligung und Zuschüsse vom Arbeitgeber eine Basisversicherung gewährleistet wird, während sich die Menschen auf dem Land dies nicht leisten können.
Japan: Die medizinische Versorgung in Japan ist vergleichbar mit der deutschen und unterscheidet sich nicht bezüglich der Ausstattung und der Hygiene. Es ist ratsam, sich im Vorfeld über deutsch- oder englischsprachige Ärzte vor Ort zu informieren, da die Verständigung bei mangelnden Japanisch-Sprachkenntnissen problematisch sein könnte. In Japan gibt es keine private Krankenversicherung, nur die öffentliche Pflichtversicherung, die sich in Krankenversicherung für Arbeitnehmer und nationale Krankenversicherung gliedert. Mitarbeiter von Firmen mit mehr als fünf Angestellten sind meist automatisch über die Betriebskrankenkasse („Employee Health Insurance“) versichert. Alle anderen müssen sich bei der „National Health Insurance“ melden. Der Krankenkassenbeitrag für Arbeitnehmer beläuft sich auf etwa vier Prozent des Einkommens, wobei noch etwa 10-30 Prozent weiterer Arztkosten vom Versicherten übernommen werden müssen. Auf dem Land können sich viele Menschen die Krankenkassenbeiträge nicht leisten und somit auch keine adäquate medizinische Behandlung.
Korea: In Korea wurde die Krankenversicherung erst im Jahr 1977 eingeführt und es dauerte einige Zeit bis schließlich die Mehrheit der Bevölkerung versichert war. Die Versicherungen übernehmen in der Regel jedoch nicht die kompletten Kosten für medizinische Behandlungen oder Operationen. Der Patient zahlt meist 30 bis 55 Prozent dazu. Somit sind zwar die Krankenkassenbeiträge niedrig und viele Personen können sich diese leisten, doch medizinische Versorgung ist immer noch teuer. Generell gilt, dass das Gesundheitswesen der Städte besser ist das der ländlichen Regionen. Eine Verbesserung der Situation auf dem Land wird jedoch angestrebt. Ausländer genießen in der Regel den Vorteil, medizinisch gut versorgt zu werden und in Großstädten wie Seoul ist es kein Problem im Krankenhaus englischsprachige Ärzte zu finden. Auch sind die Krankenhäuser gut ausgestattet und entsprechen europäischem Standard.
Visum
China: Das Visum muss vor der Reise bei der zuständigen Vertretung beantragt werden. Da Hongkong und Macau in vielen Bereichen Autonomie genießen, obwohl sie zur Volkrepublik China gehören, gelten dort eigene Bestimmungen. Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit benötigen dort kein Visum zur Einreise. Wer in China arbeiten möchte, braucht ein chinesisches Arbeitsvisum (Z-Visum). Hierfür muss zunächst ein Antrag auf Arbeitserlaubnis gestellt werden. Darauf folgt die Beantragung eines Kurzzeit-Z-Visums. Der Antragsteller muss außerdem ein Zeugnis über seine Gesundheit vorweisen können, anschließend erhält er die Arbeitsbescheinigung. Erst jetzt erfolgt die Beantragung des Z-Visums und der Aufenthaltserlaubnis beim Visabüro für Ausländer.
Japan: Für Aufenthalte touristischer Art bis zu 180 Tage benötigen Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft kein Visum. Wer allerdings in Japan arbeiten möchte oder sich aus anderen Gründen länger als 180 Tage in Japan aufhält, benötigt vor der Einreise ein Visum. Die Beantragung einer Arbeitserlaubnis dauert oft lange und bedarf Geduld. So ist es zunächst erforderlich beim japanischen Justizministerium eine Eignungsbestätigung („Certificate of Eligibility“) zu beantragen. Um ein solches Zertifikat zu erhalten, muss zunächst ein japanischer Sponsor, also beispielsweise der zukünftige Arbeitgeber, beim Immigration Office einen Antrag stellen. Erst mit diesem kann dann bei der jeweiligen japanischen Vertretung im eigenen Land das Visum beantragt werden. Für junge Deutsche besteht außerdem die Möglichkeit, ein Working-Holiday-Visum für Japan zu beantragen. Dies berechtigt sie dazu, ein Jahr lang in dem Land zu arbeiten.
Korea: Für Aufenthalte touristische Art wird in Südkorea kein Visum notwendig, sofern die Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet. In Nordkorea hingegen wird bei der Einreise immer ein Visum benötigt. Für beide Teile des Landes gilt, dass zur Arbeitsaufnahme ein Arbeitsvisum beantragt werden muss. Für die Beantragung eines solchen Visums muss bereits ein unterschriebener Arbeitsvertrag vorliegen. Dieser ist allerdings noch lange keine Berechtigung für ein Visum. Oft spielen weitere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise die Jobposition oder die Gründe, weshalb gerade in Korea eine Arbeit aufgenommen werden soll. So kann sich dieser Prozess in vielen Fällen als sehr kompliziert herausstellen. Generell gilt außerdem, dass es unmöglich ist, ohne Studienabschluss einen Job in Korea zu bekommen.
