Nordamerika: USA
Land und Leute
In ihrem Wunsch nach Freiheit und Wohlstand zieht es immer mehr Menschen zum Arbeiten in die USA. Das „Land of the Free“ lockt nicht nur mit unendlichen Weiten, weißen Sandstränden und atemberaubenden Metropolen, sondern auch mit einer starken Wirtschaft und einem vielversprechenden Arbeitsmarkt.
Die Vereinigten Staaten sind für ihre Vielfalt bekannt - sowohl landschaftlich als auch kulturell. Das Land grenzt im Osten an den Atlantischen und im Westen an den Pazifischen Ozean. Außerdem befindet sich nördlich der 50 Staaten Kanada und südlich Mexiko. In den USA findet der Reisende sowohl Wüsten und Gebirge als auch Küsten und Wälder. Der tiefste Punkt der USA befindet sich mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel im Death Valley und die höchste Stelle ist mit 6.195 Metern der Mount McKinley in Alaska.
Die Vereinigten Staaten sind nicht umsonst als der „Melting Pot“ bekannt. Ursprünglich wurde dieser Begriff verwendet, weil viele Menschen unterschiedlicher Herkunft in die USA einwanderten und zu einem Volk „verschmolzen“. Heutzutage wird der Begriff „Salad Bowl“ jedoch immer geläufiger, da von vielen Nationalitäten die Rede ist, die zwar beieinander und miteinander leben, die unterschiedlichen Herkünfte jedoch noch deutlich zu erkennen sind. Beispielsweise stellen Afroamerikaner heute 13 Prozent der Bevölkerung dar. Des Weiteren sind mehr als die Hälfte der legalen Einwanderer Lateinamerikaner. Laut offiziellen Zahlen machen auch sie etwa 13 Prozent der Bevölkerung aus. Würden jedoch illegale Einwanderer mit eingerechnet, wäre die Zahl deutlich höher.
Häufig wird den US-Amerikaner Oberflächlichkeit nachgesagt. Wer dies jedoch zugunsten der Amerikaner auslegt, bezeichnet sie als freundlich und interessiert. Höflichkeit spielt in Nordamerika eine wichtige Rolle. Die Frage „How are you?“ bekommt man mehrmals täglich zu hören und genauso höflich sollte der Tourist auch mit den Einheimischen umgehen. „Nice to meet you“ (Erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen) sollte zum Grundvokabular des Reisenden gehören. Zu Drängeleien, beispielsweise im Supermarkt, kommt es in den USA so gut wie nie. Sobald man sich in zu nahes Umfeld eines anderen Einkäufers begibt, geschweige denn diesen anrämpelt, entschuldigen sich meist beide mit „Excuse me“.
Diejenigen, die in den USA arbeiten möchten, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie sich in ein sehr patriotisches Land begeben. Die US-Amerikaner lieben ihr Land und sind stolz darauf, dort leben zu dürfen. Die amerikanische Flagge findet man überall: Vor Häusern, an Autos und in Schulen. Gäste im Land sollten hierfür Verständnis aufweisen oder zumindest versuchen, es zu tolerieren, wenn sie die Gastgeber nicht verletzen oder beleidigen wollen. Die Einwohner sind vor allem stolz auf den „American Dream“ - vom Tellerwäscher zum Millionär – und dieser wird unter anderem von der Flagge repräsentiert.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die USA gelten als die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Ihr Bruttoinlandsprodukt ist das größte der Welt und das acht höchste pro Kopf. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2006 bei nur 4,6 Prozent – eine Zahl, von der Deutschland nur träumen kann. Dennoch leben etwa 12 Prozent der Bevölkerung in Armut. In den USA gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn von 5,15 Dollar pro Stunde. Vereinzelt ist dieser in einigen Staaten sogar noch höher. Mit diesem Gesetz wird Angestellten ein angemessenes Gehalt gesichert. Dennoch ist zu sagen, dass das wirtschaftliche Wachstum nicht mehr das ist, was es einmal war. Zwar ist immer noch ein jährliches Wachstum im Bruttoinlandsprodukt zu erkennen, jedoch nimmt dieses stetig ab. Während im Jahr 2004 noch eine Steigerung von 4,4 Prozent auszumachen war, betrug diese 2005 nur noch 3,5 Prozent.
Die amerikanischen Wirtschaft hat insbesondere bezüglich der Immobilien in letzter Zeit von sich reden gemacht. In den Jahren 1995 bis 2005 stiegen die Immobilienpreise in den Vereinigten Staaten stets, doch begannen dann plötzlich zu sinken. Grund für die jahrelange Nachfrage nach Häusern waren die niedrigen Zinsen. Nun steigen die Zinsen, doch die Hauspreise sinken. Die Verbraucher sind verunsichert. Die ersten negativen Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft sind bereits erkennbar und Wirtschaftsexperten befürchten sogar Inflation und eine sinkende Konjunktur. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Die Arbeitsmarktverfassung der USA gilt als relativ flexibel. Daraus resultiert allerdings, dass die Arbeitsplätze meist unsicher sind, was bedeutet, dass es in Unternehmen mit weniger als 100 Angestellten keinen gesetzlichen Kündigungsschutz gibt. So können Mitarbeiter bei schlechter Firmenlage entlassen werden, ohne dass dies begründet werden muss. Allerdings liegt es in der amerikanischen Kultur, die Entlassenen wieder einzustellen, sobald sich die Firma wieder erholt hat. Weitere Unterschiede zur deutschen Arbeitswelt sind beispielsweise beim Urlaub zu erkennen, denn in den USA gibt es nicht mehr als zwölf Tage Urlaub im Jahr. Auch ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer im Krankheitsfall oder Urlaub seinen Lohn weiter zuzahlen. Hierfür muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden.
In den USA gibt es keine Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld. Doch wurde im Jahr 1996 ein anderes Wohlfahrtssystem reformiert. Diesbezüglich ist der Staat Wisconsin am weitesten fortgeschritten. Das System gibt Arbeitslosen den Anspruch auf einen Arbeitsplatz oder zumindest auf eine geeignete Fortbildung oder Qualifizierungsmaßnahme. Krankenversicherung und Kinderbetreuung werden dabei vom Staat übernommen. Ein Nachteil dieses Systems sind die vergleichsweise hohen Kosten.
Gesundheitssystem
In den USA gibt es für die Bürger keine Versicherungspflicht. Sie sind hierfür selbst verantwortlich. Auch durch den Arbeitgeber besteht diese Pflicht nicht. Nur Mittellose und Menschen über 65 Jahren sind über den Staat versichert, der im Notfall die Arzt- und Medikamentenkosten übernimmt.
Die Beiträge der Krankenversicherung sind in den Vereinigten Staaten sehr hoch und für den einzelnen Bürger oft unbezahlbar. Große Unternehmen bekommen für ihre Angestellten Gruppenrabatte, während kleinere Firmen sich dies nicht leisten können. So sind etwa 40 Prozent der US-Amerikaner gar nicht oder unterversichert.
Eine Alternative zu den privaten Versicherungen bilden so genannte Health Maintenance Organisationen, deren Mitglieder einen festen Beitrag zahlen und sich dann in ausgewählten Einrichtungen behandeln lassen können.
Das amerikanische Gesundheitssystem, das zwar über die neusten und modernsten Behandlungsmöglichkeiten verfügt, bringt auch einige Nachteile mit sich. Hierzu gehören enorm hohe Kosten. Außerdem liegt die Lebenserwartung der US-Bürger im weltweiten Vergleich trotz allem unter dem Durchschnitt.
Visum
Reisende aus Deutschland dürfen sich bis zu 90 Tage ohne Visum im Land aufhalten, vorausgesetzt es handelt sich hierbei um einen touristischen oder geschäftlichen Aufenthalt. Ein vorläufiger Reisepass berechtigt nicht zur visafreien Einreise. Reisepässe, die nach dem 25. Oktober 2005 ausgestellt wurden, müssen biometrische Daten enthalten.
Zum Arbeiten in den USA ist allerdings ein Visum erforderlich, unabhängig davon, ob es sich um bezahlte oder unbezahlte Arbeit handelt. Hierzu gehört auch die Beschäftigung als Au Pair. Je nach Tätigkeit gibt es unterschiedliche Visa. Für die Antragsstellung muss das im Internet erhältliche Formular DS-156 ausgefüllt und unterschrieben werden. Außerdem muss sich der Antragsteller persönlich entweder bei der amerikanischen Botschaft in Berlin oder den Konsulaten in Frankfurt oder München vorstellen.
Für genauere Informationen steht Ihnen die Internetseite des Auswärtigen Amtes oder der amerikanischen Botschaft in Berlin zur Verfügung.
