Lateinamerika
Land und Leute
Alle Länder, die sich südlich der USA auf dem amerikanischen Kontinent befinden, werden als Lateinamerika bezeichnet. Der Begriff umfasst also Mexiko, die Karibik sowie Zentral- und Südamerika. Die englischsprachigen Länder Südamerikas werden meist ausgeschlossen und Angloamerika genannt. Der Kontinent grenzt im Westen an den Pazifik und im Osten an den Atlantik.
Die Bevölkerung Südamerikas beträgt etwa 500 Millionen Menschen. 80 Prozent der Einwohner gehören dem Katholizismus an, was sich in der Geschichte der Kolonisierung begründet. Die Zahl an Anhängern des Christentums steigt jedoch stetig und macht heute etwa 10 Prozent der Bevölkerung aus.
Die Vielfalt der lateinamerikanischen Landschaft ist genau so groß wie der Kontinent selbst. Sie ist geprägt vom Regenwald, von Gebirgen, wie den Anden, vom größten Fluss und Wald der Erde, dem Amazonas, und von langen, weißen Stränden. Bei so viel Natur ist in Lateinamerika natürlich auch eine große Artenvielfalt vorzufinden. Hierunter auch Papageien, Flamingos, Nasenbären, Schildkröten und Affen.
Auch kulturell haben die Länder südlich der Vereinigten Staaten viel zu bieten. Der Reisende kann sich auf die Spuren der Inkas und Mayas oder die der Konquistadoren begeben. Auch in großen Städten wie Buenos Aires oder Rio de Janeiro gibt es viel zu entdecken.
Wer in Lateinamerika arbeiten möchte, muss sich auf eine komplett andere Mentalität als in Deutschland einstellen. Zum Beispiel wird dem Deutschen schnell auffallen, dass Lateinamerikaner, beispielsweise bei einem Gespräch, einen viel geringeren Körperabstand zu ihrem Gegenüber halten. Auf Ausländer wirkt dies oft befremdlich und gerade Deutsche legen großen Wert auf Distanz.
Auch mit der Pünktlichkeit nehmen es die meisten Bewohner dort nicht so genau. Auch dies kann Ausländer zunächst irritieren. Diejenigen, sich sich jedoch anpassen können, werden feststellen, dass Zu-spät-Kommen gar nicht so schwer ist. Wer auch in Lateinamerika auf Pünktlichkeit bestehen möchte, sollte bei Verabredungen immer „American Time“ vereinbaren. Dies ist das Stichwort, pünktlich zu kommen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die wirtschaftlich stärksten Länder Lateinamerikas sind Venezuela mit einem Wirtschaftswachstum von 9 Prozent, Argentinien mit 8,6 Prozent sowie Uruguay, Chile und Panama mit 6 Prozent. In der Karibik erwirtschaftet die Dominikanische Republik ganze 7 Prozent. Zu den größten Volkswirtschaften Lateinamerikas gehören Brasilien und Mexiko. Ihr Wirtschaftswachstum lag im Jahr 2005 allerdings nur bei 3,8 und 3,0 Prozent.
Generell wird ein anhaltendes wirtschaftliches Wachstum in Lateinamerika festgestellt. Im Jahr 2006 erreichte der Südamerikanische Kontinent sogar ein Wachstum im Bruttoinlandsprodukt von über 6 Prozent. Dies resultiert insbesondere aus der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen und Agrarerzeugnissen aus China und anderen asiatischen Ländern. Außerdem ist es vielen Ländern in den letzten Jahren gelungen, ihre Auslandsverschuldung zu verringern. Dieser Aufschwung veranlasst viele Länder, wirtschaftlich enger mit Lateinamerika zusammen zu arbeiten.
Das gute Abschneiden der Wirtschaft hat in vielen Ländern Lateinamerikas auch zu einer Erhöhung der Beschäftigungsrate geführt. In Argentinien betrug das Wachstum beispielsweise 10 Prozent.
Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Lücke zwischen Arm und Reich in Südamerika sichtbar groß ist. Viele Menschen leben in unzumutbaren Verhältnissen. Lediglich in Uruguay, Argentinien und Chile sind diese Unterschiede weniger deutlich erkennbar.
Gesundheitssystem
In Lateinamerika gilt, dass die gesundheitliche Versorgung in großen Städten oft, aber nicht immer, gut, in ländlicheren Regionen jedoch nicht mit europäischen Maßstäben zu vergleichen ist. In einigen Ländern, darunter Uruguay, gibt es auch deutschsprachige Ärzte, die im Krankheitsfall aufgesucht werden können. Generell gilt, dass bei einem längeren Aufenthalt in Lateinamerika eine Auslandskrankenversicherung in Deutschland abgeschlossen werden sollte.
Um Krankheiten zu vermeiden, wird empfohlen, nur abgekochtes oder in Flaschen gefülltes Wasser zu trinken und rohe Nahrung, wie Salat, nur in Gaststätten mit hohem qualitativen Standard zu sich zu nehmen. In den meisten Regionen ist auch ein ausreichender Schutz gegen Mücken unabdingbar, da diese in Teilen des Landes Malaria und andere Krankheiten übertragen.
Genauere Informationen sollten vor Abreise auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes eingeholt werden.
Visum
Deutsche Touristen können in viele lateinamerikanische Länder bis zu 90 Tage ohne Visum einreisen. Hierzu benötigen sie lediglich einen gültigen Reisepass, der meist noch eine gewisse Zeit über das Einreisedatum hinaus gültig sein muss.
Diejenigen, die auf dem mittel- und südamerikanischen Kontinent arbeiten möchten, sollten sich vorher genauer bei dem jeweiligen Konsulat in Deutschland über die Bestimmung bezüglich des Visums informieren.
Da man in manchen Ländern Lateinamerikas erst ab 21 Jahren volljährig ist, sollten Reisende, die dieses Alter noch nicht erreicht haben, eine Bescheinigung über ihre Volljährigkeit in Deutschland mit sich führen.
