Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland
Zahlreiche Freiwilligendienste bieten die Möglichkeit des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ im Ausland an. Der gemeinnützige Dienst kann auf der ganzen Welt abgeleistet werden, wo die FSJler Selbstständigkeit, Toleranz sowie eine andere Sprache und Kultur kennenlernen. Vorbereitung und Ablauf eines solchen Auslandsaufenthaltes werden im Folgenden erläutert.
Voraussetzungen für die Teilnahme
Um am Projekt FSJ im Ausland teilnehmen zu können, wird ein Mindestalter zwischen 18 und 26 Jahren vorausgesetzt. Außerdem müssen Grundkenntnisse in Englisch und der dauerhafte Wohnsitz in einem EU-Land nachgewiesen werden. Des Öfteren besteht die Möglichkeit, vor Antritt des Auslandsaufenthaltes einen Sprachkurs zu absolvieren. In jedem Fall wird aber vor Abreise ins Zielland eine Bildungsmaßnahme durchgeführt, um den FSJler auf das Bevorstehende vorzubereiten. Unabdingbar für das „Freiwillige Soziale Jahr“ im Ausland sind natürlich persönliche Eigenschaften wie Flexibilität, Selbstständigkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen. Auch Motivation und Anpassungsvermögen werden im fremden Land von großer Hilfe sein.
Vorbereitungen
Interessenten am Europäischen Freiwilligendienst müssen sich bei einem Träger, einer Entsendeorganisation im Inland, bewerben. Diese steht in einer Partnerschaft mit dem Aufnahmeprojekt im Ausland. Der Name „Träger“ kommt zustande, weil die Organisation die Kosten für den Auslandsaufenthalt, wie beispielsweise Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld, trägt. Das Taschengeld richtet sich hierbei nach den Lebenshaltungskosten des jeweiligen Landes.
Die potentiellen FSJler müssen sich selbst um ihre Stellen kümmern. Hierzu informieren sie sich vorzugsweise erst einmal über die Trägerorganisationen. Diese sollten per E-Mail, Brief oder telefonisch kontaktiert werden, woraufhin den Interessenten generell sogleich Bewerbungsunterlagen zugesandt werden. Bei erfolgreicher Bewerbung kommt es anschließend noch zu einem Auswahlgespräch. Da die Nachfrage erfahrungsgemäß höher ist als die zu vergebenden Plätze, sollte die Bewerbung frühzeitig eingereicht werden (etwa ein Jahr bis sechs Monate im Voraus).
Eine Liste der in Deutschland anerkannten Trägerorganisationen kann auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heruntergeladen werden.
Tätigkeiten
Die Auswahl an Tätigkeiten für ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ ist vielfältig. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie alle sozial-karitativ oder gemeinnützig sind und somit einem wohltätigen Zweck dienen.
Die verschiedenen Bereiche, in denen ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ abgeleistet werden kann, sind Kultur, Sport, Politik, Denkmalpflege oder der soziale Bereich. Diejenigen, die sich für die Natur und den Umweltschutz interessieren, können außerdem ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“, das so genannte FÖK, machen.
Für das Soziale Jahr ist insbesondere die Arbeit in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Kindertagesstätten und der Jugendarbeit sehr beliebt. Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Arbeit mit behinderten Menschen und in Krankenhäusern. Auch die Tätigkeit in Alten- und Pflegenheimen sowie ambulanten Sozialdiensten ist für das FSJ populär. Außerdem können FSJler in Kirchengemeinden und kulturellen Einrichtungen tätig sein. Für Sportbegeisterte gibt es sogar die Gelegenheit, ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im Bereich Sport für Kinder und Jugendliche zu absolvieren.
Ablauf
Das FSJ im Ausland dauert zuweilen sechs, in der Regel jedoch zwölf Monate. Es kann nicht auf 18 Monate verlängert werden, wie dies in Deutschland der Fall ist. Waren Bewerbung und Auswahlgespräch erfolgreich, kann nun das Vorbereitungsseminar beginnen. Dieses beträgt generell zwei bis fünf Wochen und bereitet die zukünftigen FSJler auf das bevorstehende Jahr vor. Während der Zeit im Ausland folgt oft eine weitere Woche Seminar, das so genannte Zwischenseminar. Auch nach der Rückkehr ins Heimatland absolvieren die Teilnehmer einen weiteren Kurs zur Nachbereitung.
Die Arbeit mit Kindern, Senioren oder Behinderten sowie im kulturellen oder sportlichen Bereich im Ausland bietet den FSJlern viele Gelegenheiten, sich persönlich weiterzubilden und viel dazuzulernen. So ist nicht nur das Lernen einer neuen Sprache ein positiver Nebeneffekt des FSJ, sondern auch Selbstständigkeit und Selbstorganisation werden trainiert. Zudem macht der Teilnehmer gegebenenfalls schon einige nützliche Erfahrungen für den zukünftigen Beruf. Einen guten Eindruck auf der Bewerbung macht ein solcher Auslandsaufenthalt allemal: Schließlich beweist der FSJler großes Engagement und soziale Kompetenz.
Wer also den Schulabschluss in der Tasche hat, sollte nicht lange zögern und den Schritt ins Ausland wagen!
