Im Ausland arbeiten
Anderer Dienst

Anderer Dienst im Ausland

Es ist Zeit für den Zivildienst? Du hast Lust auf etwas Neues? Dann könnte der Andere Dienst im Ausland genau das Richtige sein. Er bietet jungen Männern die Möglichkeit, eine Art Zivildienst im Ausland abzuleisten und somit ein fremdes Land und dessen Kultur zu erkunden.

Voraussetzungen

Genau wie bei dem Zivildienst, muss der Ableistende des Anderen Dienstes im Ausland anerkannter Kriegsdienstverweigerer sein. Außerdem muss der Dienst vor Vollendung des 25. Lebensjahres angetreten und bis zum 27. Lebensjahr abgeschlossen sein. Je nach Tätigkeit, Land oder Organisation können natürlich unterschiedliche Bedingungen gelten. Unabdingbar sind jedoch Aufgeschlossenheit, Toleranz, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Tätigkeiten

Es gibt viele verschiedene Bereiche in denen der Dienstleistende tätig sein kann. Hierzu gehört auch die Arbeit mit Kindern, beispielsweise in Schulen oder Waisenhäusern. In Südamerika wird zudem oft mit Straßenkindern gearbeitet. Genauso wie in Deutschland kann aber auch mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen oder in Alten – und Pflegeheimen gearbeitet werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Beschäftigung in kirchlichen Organisationen oder in so genannten Versöhnungsdiensten. Dabei geht es darum, in Ländern wie Russland, Polen oder Israel, die sehr stark unter dem Nationalsozialismus gelitten haben, dieses Thema aufzuarbeiten.

Mittlerweile ist es außerdem möglich, den Zivildienst nicht nur in Form des Anderen Dienstes im Ausland zu absolvieren, sondern ihn durch ein Freiwilliges Soziales oder Freiwilliges ökologisches Jahr zu ersetzen. Die Unterschiede sind allerdings gering.

Vorbereitungen und Ablauf

Eine Voraussetzung für den Anderen Dienst im Ausland ist die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung. So kann also vor der Musterung noch nicht viel in Richtung Auslandsaufenthalt unternommen werden. Jedoch ist dies eine Zeit, die sinnvoll genutzt werden kann, um sich schon einmal bei verschiedenen Organisationen zu informieren. Wer älter als 16 ein halb Jahre ist, kann außerdem eine frühzeitige Musterung beantragen, um den Aufenthalt im fremden Land rechtzeitig planen zu können. Viele Stellen sind sehr beliebt und oft frühzeitig vergeben. Eine rechtzeitige Bewerbung ist hier also notwendig.

Der Andere Dienst im Ausland kann nicht mit einem Zivildienst im Ausland gleichgesetzt werden. Diese Art des Auslandsaufenthaltes befreit den Dienstleistenden lediglich vom Zivildienst in Deutschland und gilt als eine Art Ersatzdienst. Außerdem dauert er im Normalfall mindestens zwei Monate länger.

Nach der Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung muss sich der Interessent für eine Trägerorganisation entscheiden. Bei dem Bundesamt für Zivildienst und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind Listen aller Organisationen verfügbar. Da nicht jeder Träger alle Tätigkeiten anbietet, fällt die Entscheidung häufig je nach dem gewünschten Tätigkeitsbereich.

Die Organisation übernimmt die Aufgabe der Entsendung ins Ausland. Ohne eine Trägerorganisation ist es kaum möglich, sich den Anderen Dienst im Ausland in Deutschland als Zivildienst anerkennen zu lassen. Des Weiteren sind die Träger beim Beantragen von Visa und Abschließen von Versicherungen behilflich.

Die Programmpreise variieren dabei teilweise erheblich. In einigen Fällen kann der Dienstleistende einen Förderkreise aufbauen, der ihm monatlich eine gewisse Summe spendet. Anderenfalls muss auf Erspartes zurückgegriffen oder die Unterstützung der Eltern in Anspruch genommen werden.

Zu beachten ist, dass viele Beschäftigungen ehrenamtlich sind und somit kein Entgelt gezahlt wird. Je nach Arbeitgeber bekommt der Aushelfende jedoch ein monatliches Taschengeld.


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